Berechtigtes Anliegen

Wir (1600 Anwohner) sind nicht gegen die Realisierung dieses an sich sehr gelungenen Projekts. Wir fordern aber eine anständige Lösung für den Verkehr. Und zwar jetzt. Denn wenn der Eichwaldhof gebaut ist, ist es zu spät. Deshalb muss der Gestaltungsplan abgelehnt und überarbeitet werden.

Von den Befürwortern wird immer wieder vorgebracht, der direkte Anschluss sei rechtlich gar nicht möglich. Hier deshalb eine direkte Antwort des kantonalen Amts für Mobilität:

Die vorgesehene Erschliessung entspricht im Grundsatz dem Planungs- und Baugesetz, wonach Verkehrserschliessungen im Bereich wichtiger öffentlicher Strassen nach Möglichkeit rückwärtig zu erfolgen haben. Eine direkte Erschliessung ab der Frauenfelderstrasse würde ein Strassenprojekt bedingen. Gemäss dem kantonalen Strassengesetz ist hierfür die Stadt Winterthur zuständig, der Kanton übernimmt die Rolle der Genehmigungsinstanz. Ein entsprechendes Strassenprojekt wurde dem Kanton nicht eingereicht. 

Freundliche Grüsse 

Kanton Zürich 
Volkswirtschaftsdirektion 
Amt für Mobilität 
Verkehrsplanung 

Worum es wirklich geht

Der Stadtrat verabschiedete im Februar den privaten Gestaltungsplan «Eichwaldhof» zuhanden des Grossen Gemeinderats (Medienmitteilung vom 27.2.20), der dem Gestaltungsplan am 24. August 2020 mit 53 zu 2 Stimmen zustimmte. Statt dies zum Anlass zu nehmen, das Verkehrsproblem im Quartier endlich anzupacken, will die Stadt auch noch den Zusatzverkehr der neuen Überbauung «Eichwaldhof» durch die engen Quartierstrassen leiten.

Der «Eichwaldhof» wird in ein bestehendes, gewachsenes Quartier gepflanzt und führt zu noch mehr Verkehr. Zusätzlicher Verkehr gefährdet Fussgänger (Anwohner, Kindergärtner, Schüler, Pendler, Velofahrer und nicht zuletzt Autofahrer). Die bestehenden, engen Strassenverhältnisse erlauben keinen zusätzlichen Verkehr. Deshalb wurde gegen den Beschluss am 15. Oktober 2020 ein Referendum eingereicht. Der Stadtrat hat das Zustandekommen des Referendums mit 1602 gültigen Unterschriften zur Kenntnis genommen und die Abstimmung auf den 7. März 2021 festgesetzt.

«Dörfs es bitzeli meh si?»

Als unser Quartier entstand, fuhren auf den Strassen noch Pferdewagen herum. Durch verschiedene Überbauungen (Tegerlooweg, Am Buck) wurde das Quartier über die Jahrzehnte immer mehr verdichtet. Das führte natürlich auch zu immer mehr Verkehr. Vor rund 30 (!) Jahren baten engagierte Anwohner die Stadt erstmals, das sich zuspitzende Verkehrsproblem anzupacken, und seit 30 Jahren werden sie immer wieder vertröstet.

Und auch jetzt hat die Stadt keine Lust, den Steilpass zu verwandeln, sondern legt die Hände lieber in den Schoss. «Es hat ja bisher auch funktioniert, also geht es auch mit noch mehr Verkehr.» Statt dass die Planer beispielsweise das Lichtsignal (oder einen Kreisel?) zum Filetstück genutzt hätte, gleich auch den Ruediweg oder den Eichwaldhof anzubinden, jammert sie nun, ein zweites Lichtsignal sei nicht möglich.

Statt dass die Stadt also im Rahmen des Gestaltungsplans Eichwaldhof das Verkehrskonzept neu überdacht hätte, will sie die beste Option für die nächsten Jahrzehnte verbauen und uns nochmals mindestens für 20 Jahre lang vertrösten. Deshalb stimmen wir am 7. März: NEIN zum privaten Gestaltungsplan Eichwaldhof.

Statt immer noch mehr Flickwerk wäre eine saubere Planung nicht nur umwelt- und menschenfreundlicher, sondern auch ausbaubar und flexibel. Und unter dem Strich für die Stadt wohl auch wesentlich billiger. Zusätzlich behalten sich die Bauherren des Eichwaldhofs die Hintertür offen, doch noch mehr Parkplätze zu bauen, falls der Eichwaldhof nicht direkt an den ÖV angeschlossen wird. Und wie sollte das gehen? Das Tor zu Winterthur ist also kein Willkommensgruss an pendelnde Autofahrer, sondern vor allem eine weitere Verschärfung des täglichen Staus auf der Frauenfelderstrasse. Und was ist die Lösung der Stadtplaner? Ein Lichtsignal! Aber nicht dort, wo es nützlich wäre, sondern ausserhalb, nur als Tropfenzähler.

Nachhaltigkeit für alle – nicht nur für eine Insel

Minergie-P, begrünte Dächer und nachhaltige Energie können nichts Schlechtes sein, und niemand hat etwas gegen renaturierte Bäche. Das kann man aber auch haben, ohne das umliegende Quartier im Verkehr zu ersticken. Obwohl zwischen den beiden Aspekten also nicht der geringste Zusammenhang besteht, wird das Nachhaltigkeits-Argument von den Befürwortern immer wieder hervorgehoben. Der Slogan «nachhaltiger Wohnraum für alle» ist zynisch. Denn damit diese Eichwaldhof-Insel realisiert werden kann, müssen die Anwohner den Preis bezahlen und ihrerseits auf Nachhaltigkeit verzichten. Trotzdem schämen sich die Befürworter tatsächlich nicht, auf ihrer Webseite von einer «durchdachten Arealerschliessung» zu sprechen (!). Eine durchdachte Lösung würde aber auch die Umgebung einbeziehen. Deshalb stimmen wir am 7. März: NEIN zum privaten Gestaltungsplan Eichwaldhof.